Freitag, 6. März 2009

Zaehnaerzte, Tabak, Strand - eine gute Kombination

Schon ist der Maerz hereingebrochen ... wie schnell die Zeit vergeht. Es ist Zeit fuer Neuigkeiten aus Estelí.

Eines Morgens kam ich gerade im meinen Projekt an, da wurde ich auch schon wieder weggeschickt.
Im Barrio Oscar Gámez in dem ich im letzten Jahr jeden Samstag im Malworkshop arbeitete war eine Brigade kanadischer Zahnaerzte angekommen und ich sollte als Mitarbeiterin Funartes helfen.
Funarte kooperiert mit dem kanadischen Projekt Change for Children, welches die Brigade sandte. Vor Ort wird sich dann gegenseitig geholfen, wie auch wohl jetzt meinem Kollegen, der zurzeit in Kanada ist.

Nachdem ich dem Brigadenleiter und dem Team vorgestellt wurde, gings gleich an die Arbeit. Vor dem Gesundtheitszentrum hatte sich schon eine Menge Leute angesammelt und die Zahnaerzte legten los.
Meine Aufgabe war es die blutigen Zangen und schmutzigen Werkzeuge zu reinigen und zu desinfizieren. Dabei mussten natuerlich Schutzuntesilien getragen werden:

...Foto kommt spaeter...

Eigentlich sollte ich nur einen Vormittag mit der Brigade arbeiten, doch dann wurden es drei Tage.

Ueberraschenderweise kam die darauffolgende Woche ein zweites kanadisches Zahnarztteam, welches ich eine Woche in das Dorf San Pedro begleitete.
Mit ihnen besichtigte ich waehrend der Woche zwei Tabakfabriken

Tabakpflanzen und Tabakfeld auf dem Weg nach San Pedro





In den Tabakfabriken:
Die Tabakblaetter werden getrocknet und dann vom Stiel getrennt




sortiert...

...zu Zigarren gerollt... Lohn wird pro 100 Zigarren gezahlt. 38 Cordoba/100 Z., so kommt ein/e Arbeiter/in maximal zu etwa 3,50 Euro pro Tag, was fuer das Essen einer Kleinfamilie reicht


sortiert... (hier verdient man ein bisschen mehr)


...auf ihre Qualitaet geprueft
(dies sind die Zigarrentester Pedro und Luis, die alles abschmecken)


eingetuetet...


und in Kaestchen verpackt.


Die Besichtigungen der Fabriken waren interessant, wobei mich die Arbeitsbedingungen mehr interessiert haben als der Produktionsablauf. Die Informationen darueber habe ich direkt bei den Arbeitern erfragt, unserer Fuehrer gab dazu keinen Kommentar, ausser das es alle dort ja so gut haetten.

Das es ein kleineres Brigaden-Team war, hatte ich deutlich mehr zu tun.
Ich uebersetzte fuer die Zahnaerzte, kuemmerte mich um die Kinder deren Muetter gerade behandelt wurden und organisierte wer wann wo an der Reihe war un das alles oft gleichzeitig.

Ich verstand mich wirklich gut mit dem Team.
Sie luden mich zum Essen und auf ein Wochenende in San Juan del Sur ein.

Vor diesesm Wochenendausflug stand noch ein besonderes Ereignis an:
Am Freitag fuhr ich zusammen mit meinen Kollegen und einem Bus voll Kinder nach Managa.Dort fand von unserem Partnerprojekt Inprhu ein jaehrliches Festival statt.

Wie bereits in vorherigen Berichten erwaehnt, arbeitete ich alle zwei Wochen mit einem Musiklehrer aus Managua zusammen und unterrichte Floete und Gesang.Mit ihm kommen auch eine Hula-Hup-Lehrerin und ein Folklore-Tanzlehrer nach Estelí.
In einer Tanzschule in Managua bauten wir fuer das Fetival eine Ausstellung auf, schminkten die Kinder fuer ihre Auftritte und am Abend gab es ueber zwei Stunden wirklich sehenswerte Vorstellungen:

Hip-Hop- Choreographien, Hula Hup, Foklore, Zauberer, Gitarre, Floete und Gesang.

"Meine" Musikklasse: Myleidi, Nereyda, Anna, Gemenis und Ivania


Nach Ende der Veranstaltung uebernachtete ich in einem nahegelgen Hotel, stand morgens frueh um vier auf und machte mich auf nach San Juan del Sur, was im Sueden Niacaraguas nahe der Grenze zu Costa Roca liegt.
Ich genoss den Morgen fuer mich mit einem leckeren nicaraguanischen Fruehstueck (Gallo Pinto, Platano, Queso, Tortilla y Huevo revuelto... fuer die Kenner) und einem Rundgang durch den doch sehr touristischen Ort, bevor ich das Hotel der Kanadier aufsuchte.

Den Tag verbrachte ich mit Baden im nicht wirklich warmen mehr, einem Strandspaziergang und netten Unterhaltungen mit den Kanadiern.

Am Abend luden sie mich zum Essen ein und es gab leckere Meeresfruechte. Mit dem juengeren Teil der Gruppe erkundete ich dann noch einige Diskos und Bars, sodass der Sonntag relativ spaet gestartet wurde.

Am Nachmittag ging es auch schon wieder zurueck nach Managua und von dort aus Estelí.

Ich bot dem norwegischen Freund eines Kanadiers Asyl an und so verbrachte er noch zwei Tage bei uns in der Wg.

Waehrend der letzten zwei Wochen gabe es bei der Arbeit eher wenig zu tun, doch mit einer angeschlagener Gesundheit und steigende Temperaturen, war ich doch abends immer ziemlich kapputt.

Dieses Wochenende wird ein Freund und Arbeitskollege aus England verabschiedet, letzte Woche eine Spanierin und so rueckt auch mein Abflug irgendwie naeher.

Bald gibt es die ersten Fotos des murals (Wandbild), das ich in meinem Zimmer angefangen habe.

Bis bald, Saludos de Estelí

Sonntag, 22. Februar 2009

Umziehen, Einziehen, Eingewoehnen

Nachdem ich mich nun schon ueber einen Monat nicht mehr gemeldet habe, probiere ich nun ein kleinen Ueberblick zu geben, wa sin den vergangenen Wochern alles so passiert ist.
Die Ferien und die wunderbaren Reisen liegen nun schon wieder weit zurueck, doch manchmal traeume ich mich nochmal an einen schoenen Strand ins Meer...

Zum ersten Februar sind wir nach einer stressigen Woche in unsere erste WG gezogen. Das schoene Haus, von dem ich vorher erzaehlt habe, hat der Vermieter einfach mal so an andere Leute vermeitet, obwohl er es uns schon zugesagt hatte, sodass wir eine Wohe vor unserem geplanten Umzug ohne Haus dastanden.
Zum Gluck fanden wir ueber eine kanadische Freiwillige auf den letzten Druecker noch unsere jetzige Bleibe.
Bei der ersten Besichtigung haute mich das Haus einfach nur um, war mir viel zu gross, zu protzig. Mittlerweile habe ich mich gut eingelebt.
Zwei Tage lang putzten wir (die Staubschichte waren dick und erneuern sich staendig) und raeumten. Im Wohnzimmer standen antike Vase und hingen Masken fuer ein ganzes Museum, jetzt sind es nur noch drei Masken ... obwohl seit gestern sind es vier.

Unser Haus von vorne und von der Seite...

Das beste: Garten Nummer eins:


Das andere Beste: Garten Nummer zwei:

Dieser Garten liegt hinter der Kueche:


Der Innenhof: links geht es zu Larissas Zimmer, zwischen ihrem und Laras Zimmer ist ein Bad. Zwischen Kuche (rechts) und ihrem Zimmer ist noch ein Bad und das Waschbrett


Das Fenster, was man rechts vorne sieht, geheort zu meinem Zimmer. In meinem Zimme rkann ich Fahrradfahren und Runden laufen ;-), schon irgendwie komisch, gerade da ich weiss, wie meine Kollegen und Freunde wohnen.


Mein Privatbad:


Lara, eine meiner Mitbewohnerinnen (wir sind zu dritt, Lara, Larissa und ich) lernte einen Graffitisprayer kennen, der uns gestern mit einem Freund unser Wohnzimmer verschoenerte.
Ich haette echt nicht gedachjt, dass es so gut werden wuerde, geil!
Aber guckt selbst:












Gestern Morgen haben wieder dei Malworkshops angefangen und nach einer so langen Pause, hat es wieder richtig Spass gemacht.
Soweit erst mal, bis demnaechst.
Liebe Gruesse von eurer Lena




piñata zum Willkommenheissen:

Mittwoch, 14. Januar 2009

Costa Atlantica die Zweite

Bevor ich weiter von unserer Reise berichte, ein paar aktuelle Informationen:

Nach langem Suchen und Leute fragen, haben wir nun endlich ein Haus gefunden, in das wir zum ersten Februar umziehen! Ausser Lara und Larissa wird auch noch Valesca aus Belgien mit einziehen. Das Haus ist einfach perfekt fuer uns: grosses Wohnzimmer, gemuetliche Kueche, 4 Zimmer, zwei kleine Baeder, Hinterhof und grosser Garten mit Palme und anderen Baeumen. Ausserdem ist es direkt bei meiner Arbeit um die Ecke und direkt gegenueber von dem Hauses eines Freundes mit dem ich oft Musik mache. Die anderen drei haben es auch nicht weit zur Arbeit und wir sind nah am Markt.

Zweite Info: An alle Weihnachtsspender: Seit Montag Abend sind die beiden anderen Freiwilligen hier und ich fleissig dabei um das Malworkshopgebaeude einen Garten anzulegen. Gleich wird noch der letzte Sack Erde gekauft und der Mangobaum eingepflanzt. Damit ist das gesammelte Geld aber noch laengst nicht ausgegeben, sodass ihr damit wohl noch ein Mosaik mitfinanzieren koennt, dass wir dieses Jahr auf die Frontseite des Gebaeudes machen wollen.
Natuerlich habe ich unsere Gartenarbeit mit Fotos dokumentiert. Bald gibt´s was zu sehn.
Nun erzaehle ich aber mal weiter von unserer Reise.
Nach dem wunderschoenen ersten Tag in Pearl Lagoon ruhten wir uns ein bisschen aus, um dann frisch und munter unser Silvesteressen geniessen zu gehen. Bei leckeren einheimischen Meeresfruechten und einem improvisierten Piña Colada rutschten wir so zu dritt in 2009 hinein.
Lara entschied sich nach zwoelf fuers Bett und Adriana und ich ich fuer die Tanzflaeche.
Unterm Palmendach auf festgetretener Erde liess es sich entspannt zu gutem Reggae tanzen.

Am naechsten Morgen machte ich mich auf zum oertlichen Baecker und erstand dort wie am Vortag lecker duftendes, warmes Kokusbrot... dazu ein guter Kaffe und der Tag konnte beginnen!
Auf zu einem anderem Dorf, einem anderem Strand und noch meer baden.
Am Abend motivierte uns der Sohn der Pensionsbesitzerin dazu tanzen zu gehen.
Wir bekamen noch zwei seiner Freunde vorgestellt und wurden am Ende des Abends fuer den kommenden Tag zum rondon-Essen eingeladen.
Hinter diesem Namen versteckt sich ein unbeschreiblich leckeres tradtionelles Gericht der Region. Eine Art Suppe aus Fisch, Shrimps, Yuca, Platano (Kochbanane) und Kokusmilch, mhhh!!!
Mit vollem Bauch machten wir uns wieder auf zu dem Strand vom ersten Tag, wo wir den Tag diesmal auf der ins Wasser gebauten Holzplatform eines Restaurants verbrachten.
Baden unterm Sternenhimmel im Mondschein, was gibt es Schoeneres?
Am Samstag Morgen verabschiedeten und von der wunderschoenen Lagune und machten uns mit der panga wieder auf Richtung Bluefields.
Hier noch ein Abschiedsbild von Pearl Lagoon im Sonnenuntergang:

Eigentlich wollten wir am kommenden Tag noch einen Tagesausflug machen, doch gab es mal wieder keine Bootverbindung, sodass wir einen Bekannten anriefen, der uns ein bisschen die Stadt zeigte. Am Montag sollte es dann aber endlich nach Corn Island gehen, doch das war einfacher gesagt als getan.
Am Sonntag Nachmittag konnte sich weder die Hafenwache noch die Leute vom Bootsunternehmen daran erinnern, dass sie uns vor Silvester versichert hatten, am Montag den 5. Januar fuehre das naechste Schiff nach Corn Island.
Vielleicht gaebe es aber eins, wir sollten Montag Morgen um 6 Uhr nochmal nachfragen.
Also quaelte ich mich am Montag Morgen frueh aus dem Bett und ging zum Hafen.
Die erste Auskunft, ja es gibt ein Schiff, dass euch mitnehmen kann. Gut. Nur wo es angelegt hatte konnte die Hafenwache natuerlich nicht herausfinden. Also ging ich zum anderen Hafen "ganz in der Naehe" (halbe Stunde latschen) gucken, wo wieder jemanden jemanden anders fragen musste. Das Schiff war natuerlich nicht da ... "Sie koennten mal dort gucken"
... also wieder zum anderen Hafen, da war es auch nicht, also zu noch einem anderen Hafen...
Nach 1,5 Stunden herumrennen fand ich endlich das Schiff und seinen Kapitaen.
Alles kein Problem sagte er, seid einfach um 10 Uhr am Dock, dann hole ich euch ab.
In der prallen Sonnen verbrachten wir dann fuenf wunderbare Stunden wieder einmal mit w a r t e n ...
Zunaechst schien unsere Ueberfahrt noch ganz rosig zu werden, ruhige Fahrt im Sonnenuntergang auf dem Fluss bis El Bluff, dem Industriehafen.
Unser Schiff sah allerdings nicht so vertauenerregend aus.
Kaum waren wir jedoch auf dem offenen Meer, konnte man sich wegen des starken Seegangs kaum auf den Beinen halten. Dann fing es auch noch an zu regnen und Adriana an zu kotzen.
Ganze zehn Stunden verbrachten wir so, bis wir Corn Island endlich um ein Uhr nachts erreichten.
Wir waren erleichtert endlich das Schiff verlassen zu koennen, doch nix da! Wir mussten bis 6.30 Uhr warten bis der Hafen oeffnete und wir uns in eine Liste eintragen konnten.
Mit den Nerven und dem Magen am Ende kamen wir dann gegen acht in einem netten Hotel an.
Ich erklundete nach dem Fruehstueck den Strand und das Baden im Meer machte die schreckliche Ueberfahrt schon fast wieder wett.
Der Blick von unserem Hotel:
Adriana erholte sich leider nicht so schnell von der Ueberfahrt und blieb die naechsten beiden Tagen im Bett, die Arme!
Lara und ich erkundeten derweil die Insel per Fahrrad und gingen Schnorcheln.
Ach, ich vermisse schon das morgendliche Baden im Meer.
Hoffentlich bald folgt Teil drei meines Reiseberichts, bis dahin,
eure Lena

Sonntag, 11. Januar 2009

Auf ins Ungewisse

Nach einem netten Weihnachtsfest, dem einfach die Kaelte, der Schnee und die Familie fehlte, machte ich mich mit Larissa Yelena Baeumer und Adrianna Mercedes Reyes Flores (um einmal die vollstaendigen Namen zu nennen und Verwirrung vorzubeugen) ein paar Tage spaeter als geplant am 29.12.2008 auf an die Costa Atlantica Nicaraguas.

Um ein bisschen zu sparen, entschieden wir uns fdas erste Stueck zu trampen und wurden nach ganzen fuenf Minuten Daumen-raushalten auch schon von einem netten Truckfahrer aufgelesen. Adrianna und ich auf dem Bett schlafend und Lara auf dem Beifahrersitz mit Superblick, fuhren wir so, weitaus bequemer als im ueberfuellten Bus bis kurz vor die Hauptstadt .
Eine knappe Stunden nach dem Verlassen des Trucks fanden wir uns an einem der geschaeftigen Busbahnhoefen Managuas wieder, kauften Tickets fuer den Bus nach Rama, der letzten per Landweg erreichbaren Stadt der RAAS (autonome Atlantikregion des Suedens) und warteten das erste Mal auf dieser Reise.
Aufgrund des schlecht ausgebauten Verkehrsnetzes, der schlechten Koordination und Organisation des Schiffverkehrs und die endlose Geduld der Nicaraguaner sollte dies eine grundlegende Beschaeftigung auf dieser Reise werden.

Nach vier Stunden Fahrt kamen wir um zwei Uhr morgens in Rama an. Die naechste panga, so heissen die mit Aussenborder betriebenen Holzboote, fuhr erst um 6.30 Uhr, sodass wir noch ein bisschen warten konnten. Auf den Bussitzen konnten wir noch ein bisschen doesen.
Morgens am Kai war ganz schoen etwas los und wir bangten ein bisschen darum, vielleicht nicht mehr mitgenommen zu werden. Das man bereits ein Ticket gekauft hat, heisst naemlich noch lange nicht, dass man auch mitfaehrt. Wenn das Boot voll ist, dann ist es voll.
Unser Boot war voll, aber zum Glueck mit uns. Als auch der letzte Koffer und die letzte Kiste aller Passagiere verstaut war, guckte das Boot vielleicht noch 20 Centimeter aus dem Wasser, aber es fuhr.





Naja, es wurden ja sogar Schwimmwesten verteilt (viele Nicaraguaner die nicht am Meer, See oder Fluss wohnen koennen nicht schwimmen) und so konnte man zumindest beruhigt sein, im Falle des Kenterns bis zum Flussufer zu kommen.

Die Fahrt war dann trotz Enge ganz schoen, bei dem vielen Regenwald zu beiden Flussseiten , der zwischendurch durch ein paar palmenblaetterbedeckte Huetten unterbrochen wurde, kamen bei mir schon Amazonas-Gefuehle auf. Nur die Krokodile fehlten.
Nach zwei Stunden rasanter Fahrt erreichten wir Blufields, die Hauptstadt der RAAS.
Regen, Fischgestank und Muell bereiteten uns nicht gerade einen herzlichen Empfang, aber nach ein paar Stunden Schlaf im Hotel, einem deftigen Fruehstueck und einem Stadtrundgang, sah alles schon wieder anders aus.
Wir fanden uns in einem anderen Land wieder, dass zwar irgendwie auch Nicaragua ist und dann doch wieder gar nicht.
Die Mehrheit der Leute spricht Spanisch als ihre erste Fremdsprache, ansonsten indigene Sprachen wie Miskito, Rama oder Sumo oder den Karibik-Slang Creol, einen Mix aus Englisch, Spanisch und Miskito.
Um Bluefields leben die Menschen vom Fischfang, ansonsten gibt es noch Massen von Kokusnuessen und Bananen und dann ist das landwirtschaftliche Angebot der Region auch schon am Ende.
Zu Laras und meiner Freude dominiert die Kokusnuss nicht nur den Export der Region, sondern auch deren Speisekarte.
Kokusnussmilch, die nicht wie faelschlich angenommen das Wasser der Kokusnuss, sondern die aus ihrem Fleisch gewonnene Fluessigkeit ist, findet sich in nahezu allem, was konsumiert wird: Brot, Gallo Pinto, Ruehrei, Sossen, Suppen, Getraenke.

Wieder rehabilitiert machten wir uns am Dienstag Nachmittag auf zum Hafen, um uns zu erkundigen, wann am kommenden Tag das Schiff nach Corn Island losfuehre.
Wir planten Silvetser am Strand der Karibik-Insel mit all den anderen Bielefeldern, die sich bereits dort eingefunden hatten.
Doch dann grosse Enttaeuschung: bis Montag dem 5. Januar fuehre kein Schiff, tote Hose eueber die Feiertage, war die Auskunft der Kuestenwache.
Kurzer Frust, Trauer, Verwuenschungen und dann : neue Plaene schmieden!
Nach einem Blick in den Reisefuehrer fiel unsere Entscheidung auf Pearl Lagoon.
Nach einem netten Abend in Bluefields Kneipen und Reggae-Clubs ( die ganze Costa lauscht Jamaica), ging es am Mittwoch Morgen wieder auf zu neuen Ufern und einem unbekannten Ort.

War uns in Bluefields der grosse Anteil dunkelhaeutiger Bevoelkerung schon aufgefallen, so erblickten wir in Pearl Lagoon so gut wie niemanden, der nicht dunkelhaeutig war.
Wir mieteten uns in einer netten Pension ein, deren Eigentuemer uns jeden Morgen mit Liebe guten Kaffe zubereiteten (hier und dort sehr selten) und uns mit Reise-Tipps versorgten.
Zu Fuss machten wir uns zum naechstgelegen schoenen Strand auf, wurde von einem Pickup aufgelesen und verbrachten unseren ersten entspannten Strand- und Badetag.
Urlaub im Paradies!





Auf dem Rueckweg zur Pension liefen wir durch einige Kommunen und bekamen zu sehen, wie die Leute dort so leben. Es ist nicht unbedingt weniger arm, als wir es von hier gewoehnt sind, doch strahlten die Doerfer irgendwie eine Ruhe und die Leute eine Unbeschwertheit aus, dass es uns schon idyllisch vorkam.
Abgeschiedenheit von der grossen Welt hat wohl auch sein Gutes.

Zwischen den Doerfern erstreckte sich ein Weite und die Sumpflandschaft in der Abendsonne bot ein schoenes Bild.


So, nun bin ich noch nicht einmal bei der Haelfte meines Reisebricht angekommen, doch meine Augen brauchen ein Computerpause. Morgen werde ich schon wieder arbeiten, aber wohl noch Zeit finden, meinen Bericht fortzusetzen.
Danke fuer alle Weihnachtspost, die ich groesstenteils erst gestern in Empfang nehmen konnte.
Geniesst das verschneite Bielefeld oder jede andere Landschaft, wo immer ihr auch seit.
Frohes Neues 2009!
Wir sehen uns in diesem Jahr, bis zu Costa Atlantica Teil2,
Lena

Montag, 22. Dezember 2008

Ortswechsel: Guatemala

Nach einer Woche reisen bin ich nun wieder zu Hause in Estelí.
Zusammen mit Lara und Jannik war ich eine Woche in Guatemala unterwegs, doch am besten fange ich ganz von vorne an...

Am Sonntag, dem 14. Dezember setzten wir uns um vier Uhr morgens in den Reisebus, der uns innerhalb von 14 Stunden durch Honduras und El Salvador bis nach Guatemalastadt. Entgegen von zahlreichen Warnungen von Kollegen, Freunden und Gastverwandten, wurden wir weder ueberfallen, ausgeraubt noch erstochen... welch ein Glueck!
Von Guatemalastadt ging´s direkt nach Antigua, wo wir herzlich von den dort arbeitenden Bielefelder Freiwilligen empfangen wurden.
Nach einem leckeren Abendessen und dem ersten Erfahrungsaustausch fielen wir muede ins Bett. Am naechsten Morgen bat sich uns aus dem Schlafzimmerfenster ein wunderbarer Blick auf einen der drei Vulkane die Antigua einrahmen.
Am Vormittag erkundeten wir mit Timo die Stadt und genossen den Blick ueber die Stadt bgzyei einer Tasse Kaffee.

Am Mittag nahmen wir einen Shuttlebus zum drei Stunden entfernten Lago Atitlán (See). Der Blick aus dem Bus war wunderschoen - vereinzelte Doerfer in teils karger Berglandschaft.
Am See angekommen wurde diser Ausblick noch getoppt.
Mit einem ziemlich ueberladenen Boot ueberquerten wir den See, um nach San Pedro zu gelangen, wo wir die beiden naechsten Tage verbringen sollten.

San Pedro stellte sich als Anziehungspunkt fuer Hippies aller Welt heraus. In einer Gasse reihte sich Bar and Bar, es wurden alternative Massagen und Yoga angeboten.
Die andere Seite des kleinen Ortes, war das teils noch traditionelle Leben der Fischer. Die Frauen wuschen im See und trugen kunstvoll gewebte Trachten.

Am zweiten Tag am See mieteten wir uns Kayaks und paddelten zu einsamen Strand, wo wir den Vormittag verbrachten. Paradiesisch!
Jannik und Lara ausnahmsweise vorneweg ;-)

Am kommenden Morgen ging es zurueck nach Antigua von wo wir uns am Abend mit dem Nachtbus in den Norden Guatemalas aufmachten, um die Hauptstadt der Mayas zu erkunden: Tikal

Nach einer sehr ungemuetlichem Nacht in der letzten Sitzreihe, neben gesprungenem Fenster kamen wir unausgeschlafen in Tikal an und verbrachten so den onehin verregneten Morgen im Hotel. Am Nachmittag machten wir uns auf in den Nationalpark und bekamen zum ersten Mal die beeindruckenden Pyramiden zu sehen.

Nachdem wir bereits einige Zeit auf einer Pyramide den Sonnenuntergang beobachtet hatten, erklomm aufeinmal eine Gruppe von sechs bewaffneten Polizisten, den Ausguck.
Irgendwie kamen wir auf eine witzige Idee, ich fragte schliesslich und so entstand das folgende spezielle Foto:
Am Freitag machten wir eine Fuehrung und erfuhren so mehr zu den Hintergruenden der imposanten Bauwerke. Am Abend ging´s wieder zurueck nach Flores und ueber Nacht nach Antigua, wo wir mit den anderen Freiwilligen unsere wunderbare erste Urlaubswoche ausklingen liessen.

Euch alle Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch!

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Es ist zehn vor fuenf Uhr morgens. Im Licht der Strassenlaternen fahre ich auf meinem Fahrrad zur Arbeit. Noch nicht einmal die Marktleute haben angefangen ihre Staende aufzubauen, nur die Nachtwaechter schleichen mit ihren Maschinengewehren um die Banken und grossen Geschaefte.
Um fuenf Uhr erreiche ich meine Arbeitsstelle, einige Kollegen sind schon da, einige Minuten spaeter kommt der Bus voller Kindern, mit denen wir heute zum Jahresende einen Ausflug machen. Es geht nach Leon, einst Hauptstadt Nicaraguas, heute Kulturzentrum im Kolonialstil.
Nach dreieinhalb Stunden Fahrt auf einer nahezu unbefahrbaren Strasse kommen wir in Leon an.
Wir besuchen das Geburtshaus Ruben Darios (lesenswerter nicaraguanischer Dichter), eine Kathedrale, ein Kunstmuseum und ehemalige Folterkammern aus Somozas Zeiten, die heute Legendenfiguren Nicaraguas austellen.



Viele der Kinder betreten zum ersten Mal eine grosse Kathedrale, ein Museum und essen zum ersten Mal in einem Restaurant.
Wer muede ist, legt sich mitten in der Kathedrale auf den Boden. Die Reste des Mittagessens warden selbstverstaendlich eingepackt und mitgenommen. Das Huehnerbein in die Serviette und die Cola in eine Plastiktuete.
Abends kehre ich muede nach Estelí zurueck, doch Zeit zum Schlafen bleibt nicht viel, denn es wird ein schwedischer Freiwilliger verabschiedet und am naechsten Morgen heist es wieder frueh aufstehen, denn es geht auf den naechsten Ausflug mit dem ganzen Kollegium.
Wir besichtigen ein kleines Museum mit antiken Vasen, den Volkan Masaya, eine wunderschoene Lagune, den wunderbar lebendigen und billigen Markt, den nationalen Zoo und beschliessen die Tour mit einem Bier in einer der vielen Bars der zweitaeltesten Stadt Nicaraguas: Granada.



















(links) Meine Kollegin Aracelly und ich auf dem Volkan Masaya, (rechts) Papagei im Zoo




pao, traditionelles Gericht der Region um Masaya:
drei verschiedene Sorten Kochbananes (platano),
yuca (Stamm der Palme) und Rindfleisch
im Bananenblatt serviert
Suesigkeiten auf dem Markt, mhh..













Montag, 10. November 2008

Isla de Ometepe

Nach fuenf Stunden in stickigen Bussen und auf staubigen Strassen kann ich vom Rand des Sees aus endlich den maechtigen Vulkan auf der gegenueberliegenden Insel entdecken.
Nach einer Stunde Faehrfahrt betrete ich zusammen mit Verena, Larissa, Lara, Till, Sam und Julián (kolumbischer Austausch-Kuenstler bei Funarte) den Boden der Insel.
Unseren ersten Tag verbringen wir in einer ruhigen Bucht, gehen baden und liegen am Strand.




Feststellung: durch die starken Regenfaelle des vergangen Monats ist so gut wie nichts vom im Reisefueherer angepriesenen Strand mehr uebrig. Alles ist ueberflutet. Das stoert jedoch keinen grossen Geist, zwei Meter Strandbreite genuegen auch.
Am Abend wir trotz der "días secos" feinster nicaraguanischer Rum mit echter nordamerikanischer Cola bei Sonnenuntergang am See genossen.

(Das Foto ist nicht retuschiert und gibt die realen Lichtverhaeltnisse wieder. :) )

Am naechsten Tag kann im Morgengrauen gebadet oder bis mittags geschlafen werden, je nach Geschmack. Dann geht es zur anderen Seite der Insel.
Auf dem Weg zum "ojo de agua" (Auge des Wassers), einer thermalen Quelle (?) treffen wir zufaellig andere aus Deutschland bekannte Freiwillige im Bus.
Am naechsten Tag heisst es frieh aufstehen, denn Till, Sam, Verena und ich machen uns auf den Vulkan Concepción zu besteigen, der rest der Gruppe legt noch einen Strandtag ein.
Der Aufstieg ist schweisstreibend und unser Reisefueherer rennt den steilen hang foermlich hoch. Er hat nach einer Weile doch Einsicht mit uns und es bleibt Zeit fuer Verschnaufpausen und Fotos schiessen. Der tropische Wald bietet Schatten und eine wunderschoene Pflanzenwelt. Nach drei Stunden erreichen wir unseren Zielpunkt in 1100 Metern Hoehe. Der Rest des Vulkans wird con den Reiseleitern aus Sicherheitsgruenden nicht bestiegen, sowohl wegen der Gase als auch wegen des Geroells. Uns bietet sich ein super Ausblick auf die Insel und natuerlich auf die Spitze des vulkans. Geschafft!

Beim Abstieg durch den Wald bekommen wir dessen Bewohner nicht nur zu hoeren sondern auch zu sehen. Affenmaenchen lauthals gurrend, Affenweibchen mit ihrem Nachwuchs auf dem Ruecken. Ich haette sie stundenlang beobachten koennen, aber unserer Reisefueher wollte waehlen gehen...
Gestern Abend gingen nach dem Wahlsieg der Sandinisten auf Ometepe noch auf die Strassen und fuhren hupend und fahnenschwenkend durch die Stadt.
Heute ging es leider zurueck, wir alle waeren noch gerne laenger da geblieben.