Dienstag, 2. Juni 2009

Samstag, 30. Mai 2009

Auf Reisen ...



Nach langer Zeit nochmal eine Nachricht von mir.
Mit dem Mai kam die Regenzeit und Anne nun ist bald schon der Juni da und Anne und ich sind zu Besuch bei Lina in Peru.
Mit Anne verbrachte ich zunächst zwei Wochen Estelí, die zugleich die beiden letzten Wochen Laras (meiner Mitbewohnerin) in Nicaragua waren.

Zum Abschied gab es nochmal eine Party bei uns in der WG und ein Abschiedsessen für Lara, ganz gemütlich nur mit uns vieren.




Mit Anne machte ich mich dann Mitte Mai auf eine Rundtour durch Nicaragua auf. Wir verbrachten wir zwei Tage in der schönen Kolonialstadt Granada, fuhren mit der Fähre über den Nicaragua-See auf die Vulkaninsel Ometepe.
Nach einer 8,5 stündigen Vulkanbesteigung ruhten wir uns einige Tage in der Hippie-Kolonie Zopilote aus.
Dort schliefen wir in Hängematten, bekamen vom italienischen Besitzer leckere Pizza aus dem Steinofen und genossen den nahegelegenen Strand.

Von der Insel ging es zu der Vulkanlagune Laguna de Apoyo, wo wir unseren ersten Urlaubsabschnitt mit Baden und Kayakfahren ausklingen liessen.

Zurück in Estelí machten wir die letzten Vorbereitungen für unsere nächste Reise, einige Besuche und mit meiner Flötenklasse hatten wir die letzte Probe vor ihrem ersten Auftritt
Morgen zum Muttertag in Nicaragua.
Nun sind Anne und ich schon wieder fünf Tage unterwegs.

Am Dienstag sollte unser Flieger eigentlich am Mittag von Managua nach Miami starten. Wegen Unwetter in Miami konnte das Flugzeug dort allerdings erst sechs Stunden später starten sodass wir erst nachts dort ankamen und natürlich unseren Anschluss nach Lima verpasst hatten. Von der Airline bekamen wir ein Hotel und Essensgutscheine.
Am folgenden Nachmittag ging es dann endlich weiter nach Lima, von dort aus direkt mit dem Bus in die Küstenstadt Trujillo.


Spezielle Boote Huanchaco:


Hier gab schon die ersten prekolonialen Bauwerke zu bewundern:
Die Lehmstadt Chan Chan








Am Abend fuhren wir mit einem siffigen Bus über Nacht in die Anden und kamen am Freitag Morgen um 5 Uhr in Cajamarca auf 2800m Höhe an.
Da wir vier Stunden vor Fahrplanzeit ankamen, hatten wir noch Zeit uns die schlafende Stadt im Morgengrauen anzusehen, bevor uns Lina um 9 Uhr an der Busstation abholte.
Ich freute mich riesig über das Wiedersehen!
Zusammen mit ihrer Mitbewohnerin frühstückten wir in der gemütlichen Wohnung über den Dächern Cajamarcas.
Dies ist der Ausblick von der Dachterrasse:

Am Mittag lernten wir gleich die erste kulinarische Spezialität Perus kennen: Ceviche - Roher Fisch mit Zitronensaft, Zwiebeln und Aji (ähnlich Chili) ... sehr lecker!
Am Nachmittag lernte ich einen Teil von Linas Projekt kennen. Wir fuhren mit dem Heimkindern auf einen Bauernhof, wo es Kaninchen, Kühe, Pferde und jede Menge Meerschweinchen zu sehen gab, die hier ja vorzugsweise verspeist werden.
Heute Vormittag haben wir noch ein bisschen die Stadt erkundet ... hier ist es wirklich schön!


Viele Grüsse aus Peru, lasst es euch gut gehen.

Freitag, 24. April 2009

Wochenendausflug, Kinoabend

Heute ist ausnahmsweise mal ein bedeckter Tag, sodass die Luft angenehm frisch ist und einem nicht gleich der Schweiss auf der Stirn steht, wenn man das Haus verlaesst.

Am vergangen Sonntag standen Lara und ich früh auf und wollten eigentlich den Bus nach Somoto nehmen, doch den hatten wir wohl gerade verpasst, also hielten wir den Daumen raus und nach geschlagenen 5 Minuten hielt auch ein netter Bauer und nahm uns bis zum naechsten Ort Condega mit (da arbeiten übrigens noch zwei andere Freiwillige).
Nach weitern 5 Warteminuten hielt ein netter Hondurenio und fuhr direkt nach Somoto.
Von dort brauchten wir noch 5 Minuten Busfahrt bis zum Eingang des Nationalparks.
Mit Lara als meiner Touritsenfuehrerin lief ich durch ein wunderschoenes Tal am Fluss entlang, durch den Fluss, bis wir zu dem Punkt kamen, and dem man nur mit dem Boot weiterkommt. Wir fuhren ein kleines Stueck, gaben unsere Rucksaecke ab und weiter ging´s durch´s Wasser.
Mittlerweile stiegen an beiden Seiten des Flusses, dem Rio Coco, hohe Felwaende empot, die steig wuchsen.
Unten hatte das Wasser beeindruckenden Formen in den Fels gewaschen. Nach einem Stueck Schwimmen waren wir allein. Wir schwammen und kletterten bis fats zum Ende des Canyons und genossen die nur vom Wasserrauschen unterbrochene Stille auf einem Felsen in der Sonne.
Wir hatten einen wunderschoenen Tag.

An diesem Mittwoch, war fuer uns Welthaus-Freiwillige ein ganz besonderer Abend. Wir hatten alle Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen udn Unbekannte ins Kino eingeladen, um mit uns einen Film ueber zwei nicaraguanischen Frauen zu gucken, die beide ein Stipendium für eine Ausbildung in Deutschland in den 80ern bekommen haben.
Vor der Filmpräsentation stelleten wir noch einen Teil deutscher Geschichte vor und danach probierten wir ein paar Eindrücke der Zuschauer einzufangen.
Widererwartend wurde das Kino voll und unsere Präsentatiom klappte ganz gut.
Ich habe mich besonders gefreut, dass meine beiden kompletten Musikklassen aud den barrios gekommen sind.

Lasst es euch gut gehen im frühlingshaften Bielefeld, im warmen Südamerika, Australien oder wo ihr euch sonst so rumtreibt!

Dienstag, 7. April 2009

Semana Santa

Seit Montag ist Semana Santa - die heilige (Oster-) Woche.
Am Sonntag sind wir Jannik in Condega (halbe Stunde nördlich von Estelí) besuchen gefahren. Lara und ich sind wie immer gemütlich getrampt, hinten auf der camioneta (Pickup) mit wunderbarer Aussicht.
Gerade ist Melonenzeit. Mhhh!
In Codenga ging´s ins Freibad, eine Erfajrung fuer sich ;-)
Lauter Reggaeton, gleichzeitig zwei Ranchero-Gruppen (Gitarren, Trompeten und mexikanischer Schnulzgesang) und dazu einige glotzende Männerreihen am Bckenrand.
Jannik beim athemberaubenden Sprung...

Mittlerweile haben sich meine beiden Mitbewohnerinen nach Guatemala und nach Granada aufgemacht, nun bin ich allein zu Hause.

Ich verbringe viel Zeit damit das Wandbild in meinem Zimmer weiterzumalen.


Ansonsten kann ich einfach mal in unserem wunderschoenen Garten entspannen...


Gerade bin ich allerdings schon wieder bei der Arbeit, denn gleich werden Cecila, Rafa, Jafet und ich am Mosaik weiterarbeiten, dass wir letzte Woche angefangen haben.
Die Skizze/ das Design dafuer haben Jafet und ich erstellt:


Gerade ist hier der heissteste Monat des Jahres, weshalb ich mir beim "puzzeln" auch schon einen ordentlichen Sonnenbrand geholt habe.
so sah der "salon de arte" vorher aus
Rafa bei der Arbeit

Ergebnis von Tag 1
Hier noch die Fotos des Graffitis, was die zwei Spayer aus Managua und die Kanadierin mit "unseren" Kindern vorletztes Wochenende erstellten





Heute habe ich mich dann auch mal beim Spruehen versucht. Bei uns auf der Terrase ist so unter der Anleitung von Alex (der auch das Graffiti in unserem Wohnzimmer gemacht hat) mein erstes tragbares Graffiti auf Stoff entstanden.







Lasst es euch gut gehen und geniesst die Osterferien!

Freitag, 27. März 2009

Die Zeit schleicht, geht, rennt davon, dass ich gar nicht mehr mitkomme.
Da feiere ich gerade Silvester in Pearl Lagoon, habe meinen ersten Arbeitstag im neuen Jahr Mitte Januar, ziehe um und schon steht April vor der Tuer, die Osterwoche und in fuenf Wochen kommt schon meine Lieblingsschwester hergeflogen...
Mit allen Feiertagen und meinem Resturlab bleiben mir nur noch 2,5 Monate Arbeitszeit, ahh!!!
Gerade jetzt fuehle ich mich hier so richtig zu Hause und will gar nicht mehr weg.

In den letzten Wochen war bei der Arbeit mal viel zu viel, mal nichts zu tun.
Letzte Woche habe ich mit einem Kollegen die Skizze fuer ein Mosaik auf dem salon de arte fertig ausgearbeitet, diese Woche haben wir die Fliesen geschnitten und zerschlagen (was fuer ein Spass!) und Montag geht´s dann ans Werk. Ausser dem Mosaik verschoenern wir die Frontseite des Gebaeudes noch mit einigen Reliefs (wie schreibt man das auf Deutsch?).
Von dem Ergebnis bekommt ir natuerlich Fotos zu sehen.
Neben dieser Arbeit bin ich dabei ein mural in meinem Zimmer zu malen, auch davon bald Bilder.

Seit gestern sind bei Funarte eine Kanadierin und zwei Typen aus Managua zu Besuch, die alle drei ein Graffiti mit einer Gruppe Kinder aus unseren Workshops machen werden.
Die Kanadierin wohnt bei uns und ist echt nett.
Heute Abend geht es auf ein Rockkonzert einer nicaraguanischen Band, deren Namen ich schon wieder vergessen habe.
Bis bald, lasst es euch gut gehen.

Freitag, 6. März 2009

Zaehnaerzte, Tabak, Strand - eine gute Kombination

Schon ist der Maerz hereingebrochen ... wie schnell die Zeit vergeht. Es ist Zeit fuer Neuigkeiten aus Estelí.

Eines Morgens kam ich gerade im meinen Projekt an, da wurde ich auch schon wieder weggeschickt.
Im Barrio Oscar Gámez in dem ich im letzten Jahr jeden Samstag im Malworkshop arbeitete war eine Brigade kanadischer Zahnaerzte angekommen und ich sollte als Mitarbeiterin Funartes helfen.
Funarte kooperiert mit dem kanadischen Projekt Change for Children, welches die Brigade sandte. Vor Ort wird sich dann gegenseitig geholfen, wie auch wohl jetzt meinem Kollegen, der zurzeit in Kanada ist.

Nachdem ich dem Brigadenleiter und dem Team vorgestellt wurde, gings gleich an die Arbeit. Vor dem Gesundtheitszentrum hatte sich schon eine Menge Leute angesammelt und die Zahnaerzte legten los.
Meine Aufgabe war es die blutigen Zangen und schmutzigen Werkzeuge zu reinigen und zu desinfizieren. Dabei mussten natuerlich Schutzuntesilien getragen werden:

...Foto kommt spaeter...

Eigentlich sollte ich nur einen Vormittag mit der Brigade arbeiten, doch dann wurden es drei Tage.

Ueberraschenderweise kam die darauffolgende Woche ein zweites kanadisches Zahnarztteam, welches ich eine Woche in das Dorf San Pedro begleitete.
Mit ihnen besichtigte ich waehrend der Woche zwei Tabakfabriken

Tabakpflanzen und Tabakfeld auf dem Weg nach San Pedro





In den Tabakfabriken:
Die Tabakblaetter werden getrocknet und dann vom Stiel getrennt




sortiert...

...zu Zigarren gerollt... Lohn wird pro 100 Zigarren gezahlt. 38 Cordoba/100 Z., so kommt ein/e Arbeiter/in maximal zu etwa 3,50 Euro pro Tag, was fuer das Essen einer Kleinfamilie reicht


sortiert... (hier verdient man ein bisschen mehr)


...auf ihre Qualitaet geprueft
(dies sind die Zigarrentester Pedro und Luis, die alles abschmecken)


eingetuetet...


und in Kaestchen verpackt.


Die Besichtigungen der Fabriken waren interessant, wobei mich die Arbeitsbedingungen mehr interessiert haben als der Produktionsablauf. Die Informationen darueber habe ich direkt bei den Arbeitern erfragt, unserer Fuehrer gab dazu keinen Kommentar, ausser das es alle dort ja so gut haetten.

Das es ein kleineres Brigaden-Team war, hatte ich deutlich mehr zu tun.
Ich uebersetzte fuer die Zahnaerzte, kuemmerte mich um die Kinder deren Muetter gerade behandelt wurden und organisierte wer wann wo an der Reihe war un das alles oft gleichzeitig.

Ich verstand mich wirklich gut mit dem Team.
Sie luden mich zum Essen und auf ein Wochenende in San Juan del Sur ein.

Vor diesesm Wochenendausflug stand noch ein besonderes Ereignis an:
Am Freitag fuhr ich zusammen mit meinen Kollegen und einem Bus voll Kinder nach Managa.Dort fand von unserem Partnerprojekt Inprhu ein jaehrliches Festival statt.

Wie bereits in vorherigen Berichten erwaehnt, arbeitete ich alle zwei Wochen mit einem Musiklehrer aus Managua zusammen und unterrichte Floete und Gesang.Mit ihm kommen auch eine Hula-Hup-Lehrerin und ein Folklore-Tanzlehrer nach Estelí.
In einer Tanzschule in Managua bauten wir fuer das Fetival eine Ausstellung auf, schminkten die Kinder fuer ihre Auftritte und am Abend gab es ueber zwei Stunden wirklich sehenswerte Vorstellungen:

Hip-Hop- Choreographien, Hula Hup, Foklore, Zauberer, Gitarre, Floete und Gesang.

"Meine" Musikklasse: Myleidi, Nereyda, Anna, Gemenis und Ivania


Nach Ende der Veranstaltung uebernachtete ich in einem nahegelgen Hotel, stand morgens frueh um vier auf und machte mich auf nach San Juan del Sur, was im Sueden Niacaraguas nahe der Grenze zu Costa Roca liegt.
Ich genoss den Morgen fuer mich mit einem leckeren nicaraguanischen Fruehstueck (Gallo Pinto, Platano, Queso, Tortilla y Huevo revuelto... fuer die Kenner) und einem Rundgang durch den doch sehr touristischen Ort, bevor ich das Hotel der Kanadier aufsuchte.

Den Tag verbrachte ich mit Baden im nicht wirklich warmen mehr, einem Strandspaziergang und netten Unterhaltungen mit den Kanadiern.

Am Abend luden sie mich zum Essen ein und es gab leckere Meeresfruechte. Mit dem juengeren Teil der Gruppe erkundete ich dann noch einige Diskos und Bars, sodass der Sonntag relativ spaet gestartet wurde.

Am Nachmittag ging es auch schon wieder zurueck nach Managua und von dort aus Estelí.

Ich bot dem norwegischen Freund eines Kanadiers Asyl an und so verbrachte er noch zwei Tage bei uns in der Wg.

Waehrend der letzten zwei Wochen gabe es bei der Arbeit eher wenig zu tun, doch mit einer angeschlagener Gesundheit und steigende Temperaturen, war ich doch abends immer ziemlich kapputt.

Dieses Wochenende wird ein Freund und Arbeitskollege aus England verabschiedet, letzte Woche eine Spanierin und so rueckt auch mein Abflug irgendwie naeher.

Bald gibt es die ersten Fotos des murals (Wandbild), das ich in meinem Zimmer angefangen habe.

Bis bald, Saludos de Estelí